Am 07.07.09 tagt der Gläubigerausschuss zur Zukunft von SCHIESSER.
Es wird erwartet, dass die Schweizerische Familie Bechtler, der die Unterwäsche-Marke seit den 1920er Jahren gehört, ein Angebot vorlegen will. Falls die Gläubiger einem Forderungsverzicht zustimmen, würde ein Planinsolvenzverfahren eröffnet, andernfalls stünde der Weg für externe Investoren frei, so der Insovenzverwalter.
Einer der Interessenten, Wolfgang Joop, sieht gute Chancen die SCHIESSER Underwear schnell wieder auf gesunde Füße zu stellen. „Wir trauen uns zu, den Umsatz innerhalb von drei Jahren zu verdoppeln“, sagte der Modedesigner dem „Handelsblatt“. Mit „Wir“ meint Joop eine Investorengruppe, die sich um ihn geschart hat. Verhandelt wird dieses Vorhaben von der Potsdamer Beteiligungsgesellschaft Anthas. Das Investitionsvermögen in Höhe von rund 500 Millionen Euro wird von der Anwaltskanzlei von Trott zu Solz Lammek aus Berlin verwaltet.
Bereits im Mai hatten sich die Investoren mit dem Insolvenzverwalter Volker Grub getroffen und Interesse an Schiesser Underwear bekundet. Grub schien damals sehr erfreut über das Angebot von Wolfgang Joop zu sein. Seitdem herrscht allerdings Funkstille. „Wir verstehen nicht, warum Herr Grub den Verkaufsprozess verzögert“, so Joop. Es gehe dadurch kostbare Zeit verloren, die sich die Marke angesichts der finanziell angespannten Lage nicht leisten könne.
Indes wird in wenigen Tagen die neue Schiesser Herbskollektion erscheinen. Voraussichtlich wird es einige Neuerungen vor allem im Bereich der Herrenunterwäsche geben.